2002 – Lettland-Fahrt

Am Dienstag, den 16. Juli 2002 ging es endlich los: Die Volkstanzgruppe Gladenbach brach auf in Richtung Jaunpils. Nach nächtlichem Filme gucken während der Fahrt (MIB, Mr. Bean) erreichten wir am Mittwochmorgen unausgeschlafen und trotzdem gut gelaunt die polnische Grenze. Zwar waren es bis zu unserem Hotel “To-Tu“ noch etwa neun Stunden Fahrt, doch auch diese brachten wir hinter uns. Nach einem kurzen Füße-in-den-angrenzenden-See-Tauchen und einer weiteren Übungsstunde hatten wir dann endlich die Möglichkeit ins Bett zu fallen. Donnerstagmorgen verließen wir etwa um 7.00 Uhr das Hotel und erreichten nach vierstündiger Fahrt die polnisch- litauische Grenze, wo wir bis 12.30 Uhr warten mussten. Am späten Nachmittag kamen wir dann zum “Berg der Kreuze“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Berg_der_Kreuze )- einer litauischen Pilgerstätte. Wie der Name schon sagt, waren dort unzählige Kreuze (z.B. zum Gedenken an Verstorbene) aufgestellt worden. Nach gut einer Stunde Weiterfahrt und etlichen Storchennestern erreichten wir die lettische Grenze. Kurz danach stiegen Vertreter der lettischen Gruppe zu und führten uns zum Treffpunkt, der Burg in Jaunpils. Nach herzlicher Begrüßung der Bekannten vom letzten Jahr wurden wir dort mit drei Kanonenschüssen empfangen und den Familien, bei denen wir für die Dauer des Festivals wohnen würden, zugeteilt. Spät am Abend gab es noch eine kleine Willkommensparty.

Am nächsten Tag wurden wir dann um ca. 11.00 Uhr von der Bürgermeisterin der Stadt Jaunpils, Frau Gintere, begrüßt. Im Anschluss gab es eine fantasievoll-amüsant gestaltete Führung durch die alte Burg mit der Burgdame Hilde, dem Mönch Theodor und einem Minnesänger. Nachdem wir dann ein Mittagessen im “medieval style“, also völlig ohne Besteck, genossen hatten zogen wir unsere Tracht an und fuhren zum Landgut Slokenbeka. Dort wurden wir herzlich und in alter Tradition zum Festival begrüßt und bekamen ein frühes Abendessen. Da wir bis zu unserem Auftritt noch ein wenig Zeit hatten, beschlossen wir spontan, in voller Montur einen Abstecher zur Ostsee zu machen, wo wir mit hochgezogenen Röcken unsere Füße abkühlten. Schließlich war es doch so weit und wir hatten unseren ersten Auftritt in Lettland, um genau zu sein vor dem Gemeindehaus in Smarde. Nachdem alle Gruppen getanzt hatten, gab es einen Empfang der Gruppenleiter beim Bürgermeister. Damit war der offizielle Teil des ersten Tages vorbei und wir fuhren zurück nach Jaunpils. Am Samstagmorgen ging es dann nach Tukums, wo wir drei Auftritte hatten. Nachdem wir auch den letzten erfolgreich hinter uns gebracht hatten, ging es wieder zum Plantschen in die Ostsee, diesmal aber mit entsprechender Kleidung. Nach dieser willkommenen Abkühlung zogen wir wieder unsere Tracht an, da für den Abend noch ein Festzug durch die Stadt Tukums anstand. Das Publikum dankte uns mit begeistertem Applaus. Für den Abend in Jaunpils war zwar eine Party geplant, doch wegen des heftigen Regens fiel sie buchstäblich ins Wasser. Also verbrachten wir den Abend bei unseren Familien, einige sogar “romantisch“ mit Kerzenschein, weil teilweise der Strom ausfiel.

Auch am nächsten Tag ließ das Wetter zu wünschen übrig, weswegen unser Auftritt von der Freilichtbühne Irlava in einen Saal verlegt wurde. Nach dem Mittagessen hieß es für viele Trachtenwechsel: Der nächste Auftritt stand bevor, diesmal in der Jaunpilser Burg. Dort konnten wir dann endlich unser vielgeprobtes “30-min-Programm” präsentieren. Die Jugendgruppe von Jaunpils tanzte für uns gleich zweimal den “Tanz der Viehhirten”, von uns auch freundschaftlich “Elefantentanz“ genannt. Danach ging es nochmals nach Slokenbeka, wo der offizielle Abschluss des Festivals stattfand. Bevor wir dann kurz vor Mitternacht den Ort verließen, gab es noch ein geselliges Beisammensein und Tanzen. Mit diesem Tag waren dann all unsere Auftritte in Lettland vorbei.
Am Montag stand ein Tagesausflug in die Hauptstadt Riga auf dem Programm. Nach einer dreistündigen (!) Führung durch die interessante Stadt, konnten wir diese dann bei strahlendem Sonnenschein selbstständig kennenlernen. Am Abend gab es im Burginnenhof eine große Abschlussparty. Dort brachten wir unseren lettischen Freunden den Schwarzerdner bei, weil er ihnen bei unseren Auftritten so gut gefallen hatte und ließen unseren Aufenthalt in Lettland mit viel Spaß und Tanz ausklingen. Am Dienstagmorgen hieß es dann für alle früh aufstehen, damit wir gegen 6.30 Uhr Jaunpils verlassen konnten. Zuvor wurden wir mit einem Kanonenschuss, der vermutlich die gesamte Bevölkerung der Stadt aus den Betten riss, verabschiedet. Nachdem wir um 9.45 Uhr die litauische Grenze passiert hatten, stand für den Nachmittag ein Aufenthalt auf der kurischen Nehrung bevor. Trotz des stürmisch-schlechten Wetters verbrachten wir dort einen sehr interessanten Tag. Abends übernachteten wir in einem Hotel in Kaunas.

Am Mittwoch erreichten wir nach knapp sechs Stunden Fahrt gegen 14.00 Uhr die Wolfsschanze, wo 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Anschlag auf Adolf Hitler verübt wurde. Wir besichtigten einige Bunker und fuhren dann weiter nach Danzig. Gegen 19.00 Uhr bezogen wir unsere Hotelzimmer. Nach dem Abendessen besichtigten wir die beeindruckende Stadt. Um den Abend passend zu beschließen, setzten wir uns in das Restaurant “Goldwasser“, wo einige von uns ein selbiges tranken.
Am Donnerstagmorgen hatten wir noch einmal die Möglichkeit, die Stadt Danzig genauer zu erkunden. Trotz des Regens nutzten viele diese Gelegenheit. Gegen 11.15 Uhr hieß es dann wieder Abfahrt und wir erreichten um etwa 15.45 Uhr Kolberg. Dort verbrachten wir einige Stunden am Strand oder in der Stadt, bevor es dann um 17.30 Uhr weiter Richtung Stettin ging. Wir erreichten unser Hotel “Panorama“ gegen19.45 und verbrachten den Abend im Hotel.
Den letzten Tag unserer Reise begannen wir um ca. 8.10 Uhr mit der Abfahrt Richtung Berlin. Dort konnten wir uns einige Zeit rund um den Potsdamer Platz vergnügen. Gegen 13.00 Uhr hieß es dann zum letzten Mal weiterfahren und wir erreichten gegen 19.30 Gladenbach, wo wir schon erwartet wurden.

Fazit dieser Fahrt: “Wir würden es jederzeit wieder tun!”
Dörthe Beber und Lea Bastian 2002